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1988 - im Römer und im Festzelt

BR Story > die Jahre
Schöne Zeit
In dieser Zeit haben wir uns meistens zweimal die Woche getroffen, um neue Stücke zu machen oder zum Grillen oder Partys zu feiern. Die Räumlichkeiten waren ja optimal, da unser Proberaum groß war und wir keinen störten. Wir haben auch Roulette-Abende dort abgehalten, die immer sehr gut waren. Armin hatte ein Roulette, das mit Licht und einem Zufallsgenerator ausgestattet war. Dazu gab es noch was zu essen und dann ging‘s los bis spät in die Nacht. Um die Weihnachtszeit haben wir Weihnachtsfeiern abgehalten und den Nikolaus kommen lassen; das war unser guter, alter Laurenz Schäfer, der das Ganze so abzog als wäre es eine Büttenrede. Er kennt so viele Witze, die er in unserem "Kulturschuppen" zum Besten gab und wir hatten mächtig viel Spaß dabei.
gemütliches Beisammensein im Übungsraum
Im Römer (14. Mai 1988)
Anfang 1988 verspürten wir langsam wieder Lust auf einen Auftritt. Ich weiß nicht mehr wie der Kontakt zum "Römer" in Kommern zustande kam, aber als Termin wurde der 14. Mai festgemacht. Wir schauten uns die Räumlichkeiten an und stellten fest, dass die Bühne einen saublöden, gemalten Hintergrund hatte. Das musste geändert werden. Deshalb besorgten wir uns für dieses Wochenende ein Gerüst, bauten es vor der hinteren Wand auf und hingen es komplett mit schwarzem Stoff ab. Schwarz und dunkel, das war ok.
Zu dieser Zeit war Helmut Ruckes schon mal im Proberaum und bot uns an, die ganzen Sachen mit einem seiner LKW‘s nach Kommern zu bringen. Der Familienbetrieb Ruckes hatte einen Getränkehandel in Kuchenheim. Helmut lebt seit den 90‘er in Amerika und ich hoffe, dass er dieses Jahr nochmal nach Deutschland kommt. Genauso wie Guido Schmitz, er lebt seit Jahren in Italien. Er half bei diesem Konzert auch beim Aufbau mit.
vollbepackter LKW
der Wagen ist beladen (Helmut und Guido)
So ein Angebot konnte man natürlich nicht ablehnen, denn unser Equipment war zu dieser Zeit schon mächtig angewachsen (Instrumente, PA, Mischpult, Lightshow, Mikros mit Ständer, Notenständer, Nebelmaschine, Kostüme, Gerüst, usw.). Unsere Freunde waren immer sehr hilfsbereit. Der Abbau im Übungsraum, Transport zum Auftrittsort und Aufbau der Bühne am Auftrittsort waren nie ein Problem. Aber nach unseren Konzerten gestaltete sich das ein wenig schwieriger, weil die meisten natürlich gefeiert haben, nicht mehr ganz nüchtern waren und die Lust auf Arbeit sich so irgendwie aus dem Staub gemacht hatte.
Den ganzen Samstag beschäftigtem wir uns mit Aufbau und Soundcheck, bevor wir mit unserem Auftritt beginnen konnten. Als Intro hatten wir uns wieder was Besonderes einfallen lassen. Jürgen Budtke und Uwe Schröder traten als James „Sonny“ Crockett und Ricardo „Rico“ Tubbs aus der Fernsehserie „Miami Vice“ auf und vollzogen zu der Titelmusik einen Koksdeal auf der Bühne, der natürlich nicht so laufen sollte wie gedacht. Anstatt der großen Kohle waren nur Singles von Black Rose im Koffer. Nach einer heftigen Schießerei legten wir schließlich mit unserem ersten Stück los, „Betrayed“ - ein Instrumentalstück aus unserer Anfangszeit. Anschließend spielten wir Cloudwalk, die A-Seite unserer Single, bevor ich unsere Gäste begrüßte.
Ein Countdown mit Raketenstart leitete unser Stück „Into the light“ ein. Zwischendurch schaute immer mal wieder unser Hausmeister Jörg (Prellwitz) vorbei, der für einige Showeinlagen zuständig war. Er kam dann überraschend auf die Bühne und wollte einen Scheinwerfer reparieren oder hielt mich von einer Ansage ab.
der Hausmeister
Macht mal Pause! Der Scheinwerfer muss repariert werden.
Es war auch der erste Auftritt mit Dirk Roos und Joachim Eiloff, die zunächst öfters bei unseren Proben dabei waren und Bock hatten, selber mitzuspielen. Dirk konnte Gitarre und Saxophon spielen und Joachim kaufte sich bei Sam Percussion-Instrumente. Am Mischpult gab Peter Eschweiler sein Bestes und Armin Hartmann war wieder für die Lightshow zuständig.
Bei „Loneliness“ spielte Dirk Roos erstmals ein Saxophon-Solo live, bevor unsere beiden Opas Statler und Waldorf aus der Muppet-Show in Erscheinung traten. Uwe Schröder und Hans Hilger verbargen sich hinter den Masken. Sie setzten sich direkt vor die Bühne und lauschten, was da wohl kommen sollte. Das Intro zu „Like a Hurricane“ war a cappella und mittendrin begannen die beiden plötzlich herzhaft zu lachen, woraufhin wir das Stück abbrachen, uns kurz beschwerten und das Stück von Neuem anstimmten. Nach mehreren, solcher Unterbrechungen bin ich wutentbrannt von der Bühne gesprungen und hab die beiden mit einem Seil gefesselt. Das ließ sie erstummen, so dass wir „Like a hurricane“ in aller Ruhe spielen konnten. Anschließend war „Devilrider“ an der Reihe bevor Achim eine Ansage machte und nochmal auf unsere Single hinwies. Danach spielten wir „Horizon“.
Diashow zum Auftritt im Roemer in Kommern ( 14. Mai 1988 )
Hintergrundmusik: Who needs You
Bei „House of Usher“ traten unsere Mönche wieder in Erscheinung. Dieses Stück haben wir live nicht so oft gespielt. Es war wieder eins von unseren langen Stücken. Manche hatten eine Länge von bis zu 20 Minuten. Hier im Römer spielten wir gleich drei solcher Stücke, „House of Usher“, „Sequenz“ und „Up and down“. Nach „Horizon“ verabschiedeten wir uns und verließen die Bühne. Einige Leute gingen schon nach Hause, aber die meisten wollten noch eine Zugabe. Das sollten sie bekommen, denn jetzt kamen ja erst die langen Stücke. Wir waren in unserem Element und spielten bestimmt noch 1,5 Stunden weiter. Als Abschluss folgte ein superschnelles „Bommerlunder“ und als Krönung traten wir bei unserem letzten Stück alle im Bikini auf. Wir haben uns kaputtgelacht als wir hinter die Bühne gingen, um uns umzuziehen. Achim hatte keinen Bikini dabei, weil er nicht damit gerechnet hatte, dass wir so verrückt waren und diesen Blödsinn wirklich durchzogen. Er trat dann halt in Unterhose, Perücke und Sonnenbrille auf.
dancing
Mädchen, Mädchen
Dann war erst mal Feierabend für uns und wir konnten mit dem Publikum reden und uns ein Bierchen gönnen. Insgesamt waren wir zufrieden und feierten bis spät in die Nacht.
Sonntags wurde abgebaut und die Sachen wieder in den Proberaum gestellt.
die Bühne in Kommern
Black Rose im Nebel
Das war wirklich einmalig, wir hatten einen Riesenspaß. Schade, dass es nur Fotos von dieser Aktion gibt. Wir haben zwar eine Videoaufnahme, aber Gerald, der für diesen Abend für das Filmen zuständig war, hat einfach die Videokamera irgendwo am Mischpult hingestellt und laufen lassen. Die Entfernung war einfach zu weit und es war zu dunkel für eine gute Aufnahme. Die Kameras waren ja nicht auf dem heutigen Standard. Natürlich ärgerlich, da ich mir die Aufnahmen immer gern ansehe, oder wie jetzt bei unserer Black Rose-Story, hätte gut verwenden können. Wir sollten das vielleicht nochmal wiederholen.
Auftritt im Römer in Kommern am 14.5.1988
Hintergrundmusik: Don't You do that
Im Festzelt in Arloff am 26. August 1988
Sehr ungewöhnlich für Black Rose war damals, dass es nach kurzer Zeit schon wieder auf die Bühne gehen sollte; nur drei Monate nach dem Auftritt im Römer. Im August sollte Kirmes in Arloff sein und dieses Wochenende sollte mit einer Musikveranstaltung beginnen. Also fragte man uns, ob wir freitags ein Konzert im Festzelt geben könnten. Wir sagten zu, obwohl es da ein Problem gab. Wir hatten keinen Bassisten mehr, denn Helga war schwanger und ist deshalb ausgestiegen (am 23.10. hat sie dann ihren Sohn geboren). Nach Jürgen, Friedel, Rolf und Bruno (der auch einige Zeit mit uns gespielt hatte) war jetzt auch Helga nicht mehr dabei. Auf eine Anzeige, die wir in die Zeitung setzten, meldete sich Gerald Stock, der später bei „Midnight Special“ mitspielte. Er machte mit.
Gerald und Dirk
Konzentriert bei der Arbeit (Gerald und Dirk)
Er musste sich dann in unser Programm einarbeiten. Aber er war ein guter Musiker und somit war das für ihn kein großes Problem. Die kamen erst später als das Wochenende vor der Tür stand. Wir haben Donnerstagabend angefangen unsere Sachen aufzubauen so gut wir konnten und sind dann wiedermal im „Erftstübchen“ gelandet, wo es dann erneut spät wurde. Am Freitagmorgen war eigentlich geplant, weiter aufzubauen. Aber ich stand dann alleine da; Fix kam nicht aus dem Bett und die Anderen mussten noch arbeiten. Das wäre jetzt nicht mal so schlimm gewesen; ich habe dann alleine mit dem Aufbau weitergemacht. Irgendwann kam aber einer ins Zelt und meinte in einer Stunde würde das Gewerbeaufsichtsamt das Zelt abnehmen und überprüfen. Ich war aber immer noch alleine und die Bühne war bei weitem noch nicht fertig. Ich konnte die großen Zeltböden nicht alleine tragen, die wir für unsere Bühne brauchten und habe dann überall, wo es noch Probleme gab, Mikrofon- und Notenständer hingestellt. Anschließend bin ich zu meinem Bruder Uwe gefahren, der mit einer Erkältung im Bett lag, und hab ihn dann dringend gebeten, mir zu helfen bevor das Amt ins Zelt kam. Uwe war zwar überhaupt nicht fit, hat mir aber geholfen. Das nächste Problem bestand darin, das Armin keinen Bock hatte abends die Lightshow zu bedienen. Und auf die Schnelle konnte ich nur Wenke und Dö fragen, ob Sie das übernehmen wollten. Sie hatten zwar keine Erfahrung, aber ich war nur froh, dass überhaupt jemand das Mischpult für die Lightshow bediente. Abends kam dann noch Dirk mit einem Riesenspot an, aber das musste ja auch noch einer bedienen. Peter Eschweiler übernahm wieder unser Mischpult für den Sound, und hatte somit auch genug zu tun. Ich glaube, Dirk hat sich dann um den Scheinwerfer gekümmert, wenn er nicht gerade mitspielte und auf der Bühne stand. Jetzt konnte es also losgehen.
Miami Vice
Miami Vice Intro (Jürgen und Hans)
Mit Jürgen Budtke und Hans Hilger als „Sonny“ und „Rico“ fing das Konzert mit unserem „Miami Vice Intro“ an. Nach einer wilden Schießerei begannen wir mit „Betrayed“, das dann nahtlos überging in „Black Light“. Doch bereits beim zweiten Stück hatte ich keinen Strom mehr und keiner wusste warum. Das war wie bei Spinal Tap als Sie die Bühne stürmten und loslegen wollten und überhaupt keinen Strom und keine Lightshow mehr hatten. Wer den Film noch nicht gesehen hat, unbedingt anschauen. Bei uns war es nicht ganz so schlimm, aber es beunruhigt einen doch. Nach einer kurzen Pause hatten wir den Fehler gefunden. Eine Mehrfachsteckdose hatte Ihren Geist aufgegeben und war ein wenig heiß geworden. Wir begannen dann wieder mit „Black Light“ und spielten anschließend unsere Single „Cloud Walk“ bevor Jörg Prellwitz als Eismann auf die Bühne kam und Eis verkaufte.
der Eisverkäufer
zwischendurch gabs auch schon mal ein Eis
Anschließend kam Dirk Roos mit seinem Saxophon und wir spielten „Loneliness“, „Into the light“ und ein neues Stück „Cry my baby“. Dann hatte Jörg wieder einen Auftritt und zwar als Heino. Ich hatte gerade bemerkt, das ich für meine Synthesizer noch Sounds laden musste für unser nächstes Stück, und sagte Achim, er müsse jetzt mit Jörg reden und ihn als Heino ankündigen, da lief auch schon die Musik von Heino und Jörg kam auf die Bühne. Wir hatten natürlich das ganze überhaupt nicht geprobt, und ich hatte mir einen Tag vor unserem Auftritt erst eine Heino Schallplatte bei der Mutter von Fix ausgeliehen und ein Stück auf Band überspielt, das jetzt ablief. Das Problem war nur das Jörg dieses Stück überhaupt nicht kannte und er auf der Bühne stand und überhaupt nicht recht wusste, was er jetzt machen sollte. Aber so war das bei Black Rose, hier musste jetzt improvisiert werden. Ich fand das total lustig und er hat das auch sehr gut gemacht.
Heino
ja, ja so braun, braun, braun ist die Haselnuss
Bei „House Of Usher“ kamen unsere Mönche wieder zum Einsatz. Mit Taschenlampen und viel Nebel, der bei Black Rose natürlich nicht fehlen durfte, kamen sie auf die Bühne. Wir hatten noch flexible Aluscheiben angefertigt, die das Licht von einem Scheinwerfer reflektieren sollte. Die hielten sich die Mönche dann vor die Brust und spielten dann mit dem Licht.
die Mönche
Mönche im Nebel
Auf der Bühne mussten Sie sich vorsichtig bewegen, erst mal der Nebel, dann die Masken und auf der Bühne stand ja auch einiges herum. Nach Ihren Einsatz auf der Bühne gingen sie ins Publikum und verteilten noch ein paar Rosen. Ein Highlight war noch das Stück „Bommerlunder“. Jürgen Budtke kam spontan auf die Bühne und sang kräftig mit.
alle singen mit
eisgekühlter Bommerlunder; Bommerlunder eisgekühlt
Bei dem Stück „A Night like this“ machte unser neuer Bassist Gerald Stock noch ein langes Bass-Solo. Als Zugabe spielten wir noch vier Stücke, „Who needs you“, „Sequenz“, „Devilrider“ und „First Approach“ (immer noch in der Instrumentalversion) und dann ging es wieder zum Feiern und Abbauen.
Auftritt im Festzelt in Arloff am 26.8.1988
Hintergrundmusik: First Approach
Nach diesem Auftritt hatten wir dann wieder Besetzungsprobleme, Fix hatte schon vorher angekündigt, aufzuhören und Gerald hat dann bei der Coverband „Midnight Special“ angefangen. Weiter gestört hat uns das eigentlich nie, weil das schon normal war, das die Besetzung wechselte. Wir haben einfach weiter gemacht und das bis heute. Zu dieser Zeit haben wir angefangen mit Cubase zu arbeiten. Damit hatten wir zunächst Ersatz für Schlagzeug und Bass. Aber wir mussten uns erstmal in das Programm einarbeiten. Genauso wie heute, wir haben uns dieses Jahr eine neue Version von Cubase gekauft und sitzen wieder da und müssen uns schlau machen, weil dieses Programm mittlerweile so umfangreich ist.
 
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